Blütezeit

Blütezeit

Dienstag, 8. März 2011

Brot und Rosen

8. März - Weltfrauentag. Dieser Tag steht zwar nicht als gesetzlicher Feiertag in meinem Kalender, aber anhand meines von Werbemaisl überquellenden Papierkorbes lässt sich schnell erkennen, dass auch dieser Tag, wie schon Valentins- und Muttertag, wohl in erster Linie dem Konsum dient. Er soll Männer dazu animieren, ihren Frauen kleine Aufmerksamkeiten zu schenken, und Frauen, sich für den nächsten Weltfrauentag dringend einen Mann zuzulegen, der ihnen was schenken kann.
Oder steckt da mehr dahinter?

Ich hab mal ein bißchen recherchiert, und bin unter anderem bei Wikipedia auf ein paar spannende Fakten gestoßen:
  • Der Weltfrauentag heißt eigentlich "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden". 
  • Er entstand bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als weltweit Frauen begannen, für ihre Rechte, insbesondere das Wahlrecht, zu kämpfen.
  • Die ersten Proteste, die zur Begründung des Tages führten, fanden in den USA statt. Deutsche Sozialistinnen aber waren es, die 1910 die Einführung eines internatonalen Frauentages vorschlugen.
  •  In den ersten Jahren war der Frauentag ein wichtiger Teil der sozialistischen Bewegung und diente der Propaganda und Aufklärungsarbeit.
  • Auf den 8. März wurde der Tag 1921 festgelegt, nachdem am 8.3.1917 die Streiks von Arbeiter- und Bauernfrauen in Sankt Petersburg die Märzrevolution ausgelöst hatten.
  • Von 1933 bis 1945 wurde der Frauentag aufgrund seiner sozialistischen Ursprünge von den Nationalsozialisten verboten.
  • Nach dem 2. Weltkrieg verlor der Tag im geteilten Deutschland eher an Bedeutung, bekam aber mehr und mehr das Thema Frieden und Kampf gegen Wiederbewaffnung zum Inhalt.
  • 1977 erkannte die UN den 8. März offiziell als Internationalen Frauentag an.
  • In 26 Staaten ist der 8. März heute ein gesetzlicher Feiertag. In China haben Frauen an diesem Tag nachmittags arbeitsfrei.
  • Frauen- und Menschenrechtsorganisationen nutzen den Weltfrauentag noch immer, um sich für die Gleichberechtigung der Frauen weltweit einzusetzen.
Also in der Tat kein "Floristen-Festtag". Vielmehr ein symbolischer Tag, der an den noch immer andauernden Kampf von Frauen und Mädchen überall auf der Welt erinnert. An ihren Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung, Genitalverstümmelung, Kinderheirat, und für mehr Bildung und Chancengleichheit.

Dennoch kommt gerade aus den Kreisen autonomer Frauenrechtlerinnen auch Kritik an diesem Tag.
So sagte Alice Schwarzer 2010: "Schaffen wir ihn […] endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer."

Auch zum internationalen Tag der Frau 2011 ist Gleichberechtigung noch immer ein Thema, dass Organisationen und Gremien beschäftigt.
Die 1986 aufgestellte Forderung nach "Brot und Rosen" - also Brot im Sinne von Recht auf Arbeit, gerechte Entlohnung, Bildung etc., und Rosen im Sinne von familienfreundlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, Toleranz und Frieden - haben bis heute nicht an Aktualität verloren.

Montag, 7. März 2011

Frühling an der Hunte

erste Frühlingsmomente in Oldenburg am 7.3.11



 


dazu ein kleines Frühlingsgedicht von Annette zu Droste-Hülshoff:

Der Frühling ist die schönste Zeit

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?   
Da grünt und blüht es weit und breit 
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat,  es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!   
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.   
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:  
Der Frühling ist die schönste Zeit! 
Was kann wohl schöner sein?

Freitag, 4. März 2011

Mein Beitrag zur närrischen Zeit...

Diese Büttenrede wurde 1995 in Flörsheim am Main (Karnevalshochburg)
gehalten: Der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz
rausgebracht werden und die Sitzung wurde vorzeitig beendet, aber die Rede
ist seitdem Kult !!!


Hessische Büttenrede

(Narhalla-Marsch)

“Alaaf und Helau! – Seid ihr bereit?
Willkommen zur Beklopptenzeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlisch ist dann Karneval!
(Tusch)

Uff einen Schlach werd´n alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei´ wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt davon ist Kölle!
(Tusch)

Denn dort gibt´s nisch nur RTL,
das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
sondern aach jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufelssekten sich gruppieren
danach zum Elferrat formieren
und dann muss selbst das döfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein.
(Tusch)

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verändern
Sie geh´n sisch hemmungslos besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betatsche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen,
ganz fuschtbar uff de Eier gehen!
Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt` breche,
bewege sisch in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprothesen,
man möschte ihnen – im Vertrauen –
am liebsten in die Fresse hauen!
(Tusch und Konfetti-Kanone)

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehr´n vermag!
(kein Tusch)

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde sein!
Der Trick ist, dass man sich verpisst
bis widder Aschermittwoch ist!
Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so `nem Pappnasengeschwür,
und sagt statt “Hallo” nur “Helau”,
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei: Narrhalla-Marsch!”
“Vielen Dank …”
(Tusch, Narhalla-Marsch mit schnellem Weglaufen...)

Dienstag, 1. Februar 2011

Ich glaub, ich träume! - "Das neue Schandmaul-Album "Traumtänzer"

Am 14.11.2009 feierten die "Powerfolkrocker" von Schandmaul 10-jähriges Bandjubiläum, und tausende Fans feierten mit. Nach der Jubiläums- Tour wurde es dann ruhig. Konzertpause. Monate, die man als langjähriger Fan erst einmal unbeschadet überstehen muss...
Aber, was soll ich sagen, das Warten hat sich mehr als gelohnt :) Am 28.01.11 veröffentlichten die "Mäuler" ihr nunmehr siebtes Studio-Album "Traumtänzer", und für die kommenden Monate stehen schon wieder etliche Konzerttermine in ganz Deutschland fest. Konzerttermine

Heute hatte ich dann endlich auch zum ersten Mal den "Traumtänzer" im CD- Player! Und um Allen, denen dieser Genuss bislang nicht gegönnt war, den Mund noch etwas wässriger zu machen, gibts jetzt ganz exklusiv eine kleine Rezension von mir :)


Schon der erste Eindruck ist stark. Das Coverbild von "Traumtänzer", eine Aufnahme der Band mit ihren Instrumenten bei Gegenlicht, sodass nur ihre Silhouetten erkennbar sind, gefiel mir sofort richtig gut.
Im Vorwort zur CD schreibt Schandmaul, dass sie sich der Entstehung dieser Scheibe mit "Zeit und Liebe" gewidmet hätten, dass sie "mit Ruhe und Gelassenheit" an das Album herangegangen sei. Was beim Zuhören ankommt sind auf alle Fälle Energie, Kreativität und viel Liebe zum Detail, Freude, Können und Originalität.
"Traumtänzer" besteht aus 14 kraftvollen Songs, wie gewohnt eine gesunde Mischung aus rockigen, schnellen und melancholischen, softeren Stücken.
  1. Traumtänzer:   Der Titelsong eröffnet die Platte mit viel Energie, und der Rhythmus ist mir direkt in die Beine gegangen^^ Er erzählt von der Fähigkeit, sich wegzuträumen, seinen Gedanken einfach nachzuhängen, und dabei inspiriert zu werden - sein Leben zu tanzen, und den Traum zu leben.
  2. Der Alchemist:   Ein leicht melancholisches Stück, dass vom Traum von Gold und Reichtum berichtet, und davon, wie die Gier danach verzehrt und die eigentliche Freude am Leben nimmt.
  3. Auf hoher See:    Nach "Seemannsgrab" und "Geisterschiff" findet sich auch auf "Trumtänzer" wieder ein Titel, der von den Mythen und Legenden handelt, die sich um das Meer und seine Gefahren ranken... Mit melodischen Flöten und Geige, sehr kraftvoll.
  4. Hexeneinmaleins:    Dieser bereits vorab veröffentlichte, energiegeladene Song orientiert sich an der Geschichte um den Zauberlehrling, der in Abwesenheit des Meisters seine Kraft überschätzt, und die von ihm beschworenen Geister und Mächte nicht zu kontrollieren vermag.
  5. Bis zum Morgengrauen:    Ja, richtig erahnt: möglicherweise inspiriert von den Geschichten um Bella und Co., aber in jedem Fall eine sinnliche, leidenschaftliche Erzählung von der Umwandlung eines Mannes in einen Vampir... Musikalisch bietet der Song tolle Rhythmen und überraschende instrumentale Passagen.
  6. Die Rosen:    Romantisch, sehnsüchtig, verträumt - einer der ruhigeren Songs auf "Traumtänzer". Und wenn man die Augen dabei schließt, kann man beinahe Rosenduft erschnuppern ;) Auf jeden Fall ein Titel für Fans akustischer Gitarren!
  7. Schwur:    Einer der Songs auf "Traumtänzer", die eher etwas düstere Stimmung verbreiten, sowohl musikalisch als auch textlich. Erzählt von Krieg und Kampf, und dem Willen, und der Hoffnung, dem ein Ende zu machen.
  8. Pakt:    Sicher, die Idee vom Pakt mit dem Teufel, um die Liebe einer schönen Frau zu gewinnen ist bei weitem nicht neu. Und doch wird sie in diesem Stück mit viel Power und einem echten Ohrwurm- Refrain neu umgesetzt.
  9. Der Anker:   Liebeserklärung, Dank und Treueschwur, gerichtet an einen Menschen, der einen im Leben verankert, der das Leben erst lebenswert macht. Ein weiterer ruhiger, aber doch starker Song auf "Traumtänzer", begleitet von akustischer Gitarre, Geige, Flöte und Akkordeon.
  10. Geas Traum:    Der Song zum Buch. Ja, wirklich! Diesen Song schrieben Schandmaul frei nach Wolfgang Hohlbeins Roman "Infinity - Der Turm"! Und hier findet ihr das Video dazu: Geas Traum - Musikvideo Sehr sehenswert!!
  11. Assassine:    Nach dem ersten Hören einer meiner Lieblingssongs auf "Traumtänzer". Mit energiegeladenen Bläser- Arrangements erzählt er von einem Auftragskiller, dessen neuer Auftrag lautet, seine große Liebe zu töten.
  12. Halt mich:    Ein weiterer Song voll Sehnsucht und Zuneigung, mit dickem Romantik- Faktor, aber doch auch sehr kraftvoll und rockig. Tolle Mischung!
  13. Des Dichters Segen:    Die Geschichte eines echten Genießers, eines Dichters, der sein Leben leicht nimmt, und damit bei jenen, die hart arbeiten eher auf Unverständnis stößt. Mit leichter, beschwingter Melodie, die abermals zum Träumen einlädt.
  14. Mein Lied:    Der letzte Titel auf "Traumtänzer", rundet das Album noch einmal verträumt und melancholisch ab. 
Der Titel "Traumtänzer" hält, was er verspricht. Sich wegträumen zu den sanften Klängen, oder den Träumen der Figuren folgen, mit ihnen von Reichtum, Liebe und Glück träumen, oder sich von eher schaurigen Geschichten in andere Welten entführen lassen - all das hat mir "Traumtänzer" geboten. Musikalisch abwechslungsreich und vielseitig, mit vertrauten Ansätzen und neuen, kreativen Ideen.
Ja, man kann heraushören, wie viel Zeit, Geduld, Liebe und Muße in "Traumtänzer" stecken. Und wenn man sich auch zum Anhören etwas Zeit nimmt, kann man ganz viel von dieser Ruhe und Muße daraus schöpfen.

Ganz besonders freue ich mich nun darauf, die Songs von "Traumtänzer" auch live auf mich wirken zu lassen. Ich bin sicher, es wid auf der Bühne ordentlich gerockt, so, wie wir es von Schandmaul gewohnt sind :) Denn bei aller Ruhe und Muße bietet "Traumtänzer" auch eine Menge Spaß und macht Lust, sich zu bewegen!

Das Warten hat sich gelohnt.