Blütezeit

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Sonntag, 31. August 2014

Reisenotizen Lanzarote, Shopping á la Lanzarote

Heute sehen wir eine alte Bekannte wieder: die ehemalige Hauptstadt der Insel Teguise (siehe Freitag, 29.8.). Allerdings soll es heute dort wohl weit weniger beschaulich sein, wie am Freitag. Sonntag ist in Teguise Markttag. Von der ganzen Insel werden busseweise Touris hingeschafft, um ihr hart erspartes Urlaubsgeld in kanarisches Kunsthandwerk, lokale Spazialitäten und Tamtam zu investieren. Sollte man dabei gewesen sein. Also wieder pünktlich am Bus sein nach dem Frühstück, und dank netter Reiseleitung hören wir die Geschichten vom einzigen Hochhaus, vom Gefängnis in Tahiche und von Manriques einzigartigem Haus nochmal.
In Teguise geht dann jeder seiner Wege, und in der Tat ist das hübsche Städtchen kaum wiederzuerkennen... Noch einmal zur Erinnerung, das war am Freitag:


...und das ist der Sonntag...



Trotz der Menschenmengen gibt es aber viel zu sehen, und es war wirklich wert, hinzufahren!


auf dem Bauernmarkt bieten Einheimische besondere Spezialitäten der Insel an, unter anderem Kaktus-Burger...



Und tatsächlich gibt es sie auch heute, die beschaulichen einsamen Plätzchen am Rande des Trubels...


Nach der Rückkehr ins Hotel geht es wieder an den Strand - und den kennt ihr ja schon :) Übrigens ist die Sicht heute so gut, dass wir die weißen Sandstrände von Fuerteventura erkennen können!

365x2014: Wenn das nicht Urlaub total ist...


Samstag, 30. August 2014

365x2014: Fish Spa

Das Wasser alleine war schon eine absolute Wohltat für meine geschwollenen Füße, aber was diese kleinen eifrigen Fischchen da anstellen... wenn man sich etwas dran gewöhnt, und den Reflex, den Fuß bei jeder Berührung wegzuziehen, im Griff hat, ist das einfach der Burner :)


Reisenotizen Lanzarote, Strandtag - "Down on the beach"

Nach zwei so eindrucksvollen Tagen und einer so ereignisreichen ersten Urlaubshälfte ist für heute Faulenzen angesagt. Also nach dem Frühstück direkt an den Strand, Liegen und Schirm sichern, und den warmen Passatwind auf der Haut genießen.

Noch nix los am Strand, und vor allem ist es richtig windig, sodass uns der feine Sand um die Ohren gepustet  wird. Trotzdem lässt es sich herrlich relaxen. Mittags kurz auf einen Snack ins Hotel, und dann, klar, es ist Samstag: Bundesliga. Im deutschen Café an der Promenade, heute gut besucht, sehen wir zu, wie Werder sich in ein Unentschieden rettet. Und ich darf endlich wieder ein alkoholfreies Weizen genießen :)
Apropos genießen: warm ist es im Café, und nach der ersten Halbzeit kann ich kaum noch sitzen. Also flaniere ich etwas an der Promenade, und mache Halt beim "Fish Spa" - wollte ich ja immer schon auspronieren, und heute ist es doch ideal: heiße, geschwollene Schwangerenfüße, da stehn die kleinen Knabberfische bestimmt drauf :) Mir hat es auf jeden Fall richtig gut getan!
Nach dem Spiel lassen wir uns dann wieder am Strand nieder, und windig ist es immer noch. Aber ansonsten herrlich: Sonne, Strand, Meer. Und wenn wir schon am Strand sind, nehmen wir wie in jedem Urlaub eine kleine Prise Sand mit, für's Urlaubsfeeling zuhause...








Freitag, 29. August 2014

365x2014: Eigentlich zu schön, um drauf zu laufen

Leider von Millionen von Besucherfüßen schon etwas mitgenommen, hat der von César Manrique handgefertigte Holzfußboden in der vorderen Bar der "Jameos del Agua" trotzdem eine tolle Wirkung:



Reisenotizen Lanzarote, Nord-Tour

Auch am 4. Tag auf Lanzarote sind wir schon vor 9 Uhr aus dem Hotel. Heute werden wir abgeholt von Germa, der fröhlichen Reiseleitung, die "Deutsch spricht, wie einst Rudi Carrell" (Zitat Ende), und Busfahrer José. Gemeinsam mit einer überschaubaren Reisegruppe von 27 Leuten erobern wir heute den Norden der Insel. Und wir sollten einiges zu sehen bekommen...

Zunächst geht es von Puerto del Carmen aus vorbei an der Hauptstadt Arrecife durch Tahiche, wo sich das einzige Gefängnis von Lanzarote und Fuerteventura befindet. Das Gefägnis kriegen wir allerdings nicht zu sehen. Stattdessen werfen wir schon mal einen flüchtigen Blick auf das frühere Wohnhaus des Künstlers César Manrique (+ 1992).
Germa erzählt vom umfassenden Einfluss, den dieser Zeit seines Lebens auf die Entwicklung der Insel hatte. Ihm, und der relativ späten Entstehung von Tourismus auf Lanzarote, ist es geschuldet, dass man hier vergebens nach Bettenburgen sucht. Er bewirkte mithilfe einflussreicher Freunde, dassHochhäuser und Werbetafeln verboten sind, und Neubauten der traditionellen Inselarchitektur entsprechen müssen. Wir sehen daher auf der Fahrt zu den "Jameos del Agua" nur weißgetünchte 1-2- stöckige Häuschen mit grünen, blauen oder braunen Fenstern und Türen.


Auch das erste Ziel der Tour, die "Jameos del Agua", ist ein Ergebnis der Arbeit von Manrique. "Jameos", ein altes kanarisches Wort, bedeutet so viel wie "offene Räume", und bezeichnet durch Vulkantätigkeit entstandene Höhlen, deren Decken eingestürzt sind. Manrique zauberte mit den Jameos del Agua ein wahres Paradies, halb unter der Erde, halb geöffnet und sonnendurchflutet...

Bar im vorderen Teil der Höhle

faszinierende Lagune im Innern...

...mit kristallklarem Wasser...

...und winzigen Albinokrebschen, die bislang nur hier gefunden wurden.

Ein Blick auf den traumhaften Garten der Anlage

Der Weg durch den Norden führt uns weiter entlang der von Lavagestein geprägten Ostküste. Etwa 50km² Inselfläche sind erst durch erkaltete Lava hier entstanden.


Bei einem kleinen Zwischenstopp lernen wir die erste ökologische Aloe Vera- Finca von Lanzarote kennen. Eine Mitarbeiterin erklärt, wie Aloe Vera angebaut und verarbeitet wird, und lässt uns das Gel direkt aus der Pflanze kosten...


hinten das essbare Gel, vorne die Schale des Blattes mit Gelresten, die sich direkt vom Blatt auf die Haut auftragen lassen

Weit appetitlicher der nächste Halt: Mittagessen in Haría, im "Tal der 1000 Palmen", wo übrigens Manrique sich bis zu seinem Tod niederließ, und auch begraben liegt.
In uriger Atmosphäre gibt es ein kleines Buffet, anschließend schlendern wir auf eigene Faust noch durch den kleinen Ort. In einem Straßencafé genießen wir zwischen den Einheimischen einen Cappucchino.

Terrasse des Lokals, wo wir zum Mittagessen waren



Blick auf das "Tal der 1000 Palmen"

Über enge Serpentinen mit fabelhaftem Blick auf Haría geht es weiter hoch in die Berge des Famara- Gebirgzugs.In derNähe des höchsten Gipfels von Lanzarote, dem Penas del Chache legen wir einen weiteren kleinen Stopp ein, und genießen den tollen Ausblick...



Für die Meerwasserentsalzung wird Windenergie genutzt
Voon hier aus steuert der Bus Teguise an. In der ehemaligen Inselhauptstadt ist es an Werktagen ruhig und beschaulich. Richtig voll ist es hier sonntags,  beim wöchentlichen Markt. Heute können wir in aller Ruhe durch die Gassen der schönen Altstadt bummeln.

Kirche von Teguise

Das letzte Highlight der Tour ist die "Fundación César Manrique"in Tahiche. Der Künstler, der hier knapp 20 Jahre seines Lebens verbrachte, gestaltete selbst sein Wohnhaus um, und machte ein Museum daraus. Das Besondere daran: es entstand in Lavablasen und mitten in einem erkalteten Lavastrom. Außerdem nutzte Manrique fastausschließlich Materialien und Objekte, die er auf der Insel bereits vorfand, und verarbeitete so all das, was Lanzarote seinerAnsicht nach zu bieten hat.

Windspiel am Eingang zur Stiftung

Blick aus dem "Wohnzimmer" auf den erstarrten Lavafluss



ein Teil des malerischen Gartens mitten zwischen den Lavahöhlen


Geflasht von all den Eindrücken dieses Ausflugs werden wir zurückgefahren zum Hotel. Auf dem Weg erfahren wir von Germa noch etwas über das einzige Hochhaus Lanzarotes, das "Grand Hotel" in der Hauptstadt Arrecife, dessen 17 Stockwerke seit seiner Entstehung höchst umstritten sind. Germa sagt, sie findet es gut, dass die Insel ein Beispiel hat, wie es nicht sein sollte auf Lanzarote...

Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel suche ich noch Erfrischung im Hotelpool, während die Männer mit ihren Schnorcheln noch einmal den Atlantik unsicher machen :)

Donnerstag, 28. August 2014

365x2014: Walking on Lava...

Na gut, nicht auf heißen Kohlen, aber auf über Jahrhunderte rudgeschliffenem Lavagestein. Eine angenehme Erfrischung nach dem Aufstieg...


Reisenotizen Lanzarote, Roadtrip in den Süden

Heute trauen wir uns, und erkunden einen Teil der Insel mit dem Mietwagen! Nach dem Frühstück holt uns eine nette Mitarbeiterin einer Autovermietung am Hotel ab, und nach dem Vertragsabschluss in der Zentrale kann es losgehen. Mit unserem knallblauen Clio ab in Richtung Südwesten!






Wir fahren auf die Berge zu, die zum Teil fast gespenstisch in Wolkeneingehüllt sind. Die Landschaft außerhalb der Ortschaften besteht überwiegend aus Geröll. Grün sieht man hier kaum, aber gelegentlich abgeteilte Anbauflächen, die mit schwarzem Vulkangestein bedeckt sind.

Unser erstes Ziel ist der Timanfaya Nationalpark. Schon einige Kilometer vor dem eigentlichen Besucherzentrum, verwandelt siech die Welt um uns in eine fast surreale Mondlandschaft. Kein Wunder, dass diese Kulisse schon mehrfach für den Dreh von Science-Fiction- Szenen verwendet wurde...



Wir sind so früh am Besucherzentrum, dass wir direkt auf den Parkplatz können, und sofort zum nächsten Bus durchgewunken werden. Der Nationalpark kann seit einiger Zeit ausschließlich unter Leitung durchquert werden. Um die wieder entstehende Vegetation nicht zu behindern, sind ungeführte Touren nicht erlaubt.
Die Bustour dauert eine knappe Dreiviertelstnde, und was wir zu sehen kriegen ist überwältigend: ein absolut faszinierende Vulkanlandschaft, schwarzes Lavagestein, Krater, Hänge, Felsformationene... Dazu interessante Infos vom Band, unter anderem der Augenzeugenbericht eines Priesters, der beschreibt, wie der Ausbruch, der die Insel von 1730 bis 1736 von Grund auf veränderte, seine verheerenden Ausmaße entwickelte. Wir fühlen uns, wie in eine Welt versetzt, alles erscheint unwirklich und auf den ersten Blick lebensfeindlich. Und doch siedeln sich laut Bandansage wieder etwa 800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten hier an, sodass sich das Bild in den nächsten Jahrhunderten wieder völlig wandeln könnte.











Nach der Rundfahrt erwarten uns im Besucherzentrum einige kleinere Vorführungen, die die Macht der (immer noch aktiven!) Vulkane verdeutlichen sollen.

Ein Mitarbeiter des Zentrums gießt Wasser durch ein Rohr in das Innere des Vulkans...
...und zwei Sekunden später schießt ein "Geysir" aus dem Rohr in die Höhe


Ein weiterer Ranger stopft etwas trockenes Gestrüpp in eine Felsöffnung, das nach weniger als einer Minute lodernd verbrennt

Über einem Schacht werden mithilfe reiner Vulkanhitze Hähnchenschenkel gegart, die im Besucherzentrum bestellt und verzehrt werden können
Wir lassen diese beeindruckende Landschaft hinter uns. Auf dem Weg aus dem Park hinaus passieren wir Autoschlangen - hunderte Besucher, die weniger Glück haben als wir, und nur einer nach dem Anderen eingelassen werden, wenn ein anderer Wagen den Park verlässt.
Wir steuern die Südküste an, und legen auf der Küstenstraße ein paar Zwischenstopps ein.



Ein spektakuläres Etappenziel ist ein Lavastrand bei El Golfo. Erst für kleines Geld ein kleines Mittagessen, und dann zu Fuß in die grandioe Kulisse: ein halb weggebrochener Vulkan mit einer algengrünen Lagune, schwarzer Strand aus Lavakieseln und kristallklares Wasser. Wirklich sehenswert!!



In dieser traumhaften Kulisse gönnen wir uns einen etwas längeren Aufenthalt. Das Wasser ist eine willkommene Abkühlung für die Füße, und beimWühlen im schwarzen Lavakies kommen tolle Fundstücke zutage:


schwarzbraunes Lavagestein mit grünlichen Olivineinschlüssen, und kleine reine Olivinsteinchen
da hat jemand sein Werkzeug verloren...


auch ein Fundstück vom El Golfo- Strand

Wir fahren entlang der felsigen Westküste bis Playa Blanca.Nach etwas Suchen erreichen wir das Naturreservat Los Arajes, und über eine wahre Schlaglochpiste kriechen wir zu Lanzarotes schönsten Stränden, den "Playas de Papagayo".


Uns erwartet traumhaft türkisblaues Wasser mit leuchtend weißem Sandstrand in einer leider gnadenlos überlaufenen Bucht... Trotzdem nutzen wir die Gelegenheit zum Abkühlen und Schnorcheln, ehe wir den Aufstieg aus der Bucht wieder in Angriff nehmen, und den beschwerlichen Rückweg durch Lanzarotes tiefste Schlaglöcher... Mit unserem Clio kriechen  wir dann im ersten Gang die Berge von Femés hoch, und steuern Puerto del Carmen an.

Wieder im Hotel herrscht bis zum Essen kurzzeitige Geschlechtertrennung: die Herren stürzen sich noch einmal in die atlantischen Fluten, während ich mich im Appartment einem etwas ausgedehnteren Beauty- Programm widme, inklusive Pediküre - soweit noch möglich :) Sehr entspannend auf jeden Fall nach dem aktiven Tag.

Mein Highlight des Tages: mit dem Blick aufs Meer den Hintern in feinen Lavakies drücken, und nach Olivin und Muscheln wühlen - Entspannung total!