Es verging wie im Flug, das erste Jahr mit unserem Spross. Auf einmal kann ich die Stunden runterzählen, bis meine (nun nicht mehr ganz so) neue Mutterrolle wieder durch die Rolle der Ergotherapeutin/ Kollegin/ Arbeitnehmerin... ergänzt wird. Da geht mir einiges durch den Kopf. Klar, wie wird es werden? Wie passt das zusammen? Wie bekommen wir uns als Familie organisiert?
Aber vor allem bin ich am ersten Geburtstag meines Sohnes damit beschäftigt, zurück zu blicken. Auf diese 12 Monate, wie ich sie in meinem ganzen Leben nciht wieder erleben werde. Auf Erfahrungen, die jeder Mensch, wenn überhaupt, nur ein einziges Mal in seinem Leben machen darf. Und ich frage mich, hab ich das genügend gewürdigt? 12 Monate lang versuchst du, dich immer wieder daran zu erinnern, wie besonders das alles ist. Versuchst, möglichst viel davon festzuhalten. Es aufzusaugen, in dich aufzunehmen. Es zu einem Teil von dir zu machen. Nein, ich hab es ganz bestimmt nicht immer hinbekommen, alles aufzunehmen, jeden Moment zu genießen. Dafür gehen sie viel zu schnell vorbei, und ich war viel zu oft abgelenkt. Von Müdigkeit, Frust, Ungeduld, Angst. Aber gerade dadurch ist dieseZeit natürlich ein Teil von mir geworden. Hat mich zu der gemacht, die ich jetzt bin, so wie jede Erfahrung, jedes Gefühl, jeder erlebte Moment mich zu der macht, die ich bin. Und parallel dazu hat sich ein zweiter Jemand entwickelt, wurde ein Stück weit von mir geprägt, und wurde dadurch der, der er jetzt ist. Undecht jetzt, ich hab sowas von mein Bestes getan, mich genau darauf auszurichten. Ich hab an meinem "alten Leben" herumgekürzt, gerade so, dass es mein Leben bleibt, aber doch genug, um Platz für das neue Leben zu schaffen. Dazu gehörte, diesen Blog auf Standby zu setzen, diverse Fotoprojekte an den Nagel zu hängen. Und das Fensterputzen. Alles Nebensache.
Und nun blicke ich doch auch nach vorne. Ab Montag wird alles anders. Nicht einfacher. Nicht schlechter. Anders. Ich werde wieder irgendwo kürzen müssen. Und ich werde damit Raum schaffen für so viele tolle neue Erfahrungen und Erlebnisse, die uns drei verändern, an denen wir wachsen, auf die wir in einem Jahr zurückblicken, und für die wir dankbar sein werden.
Liest sich gut. Machen wir mal das Beste draus :)
Ps: und hey, als wenn ich fertig wäre, ehe ich ein paar Lieblingsbilder hochgeladen hab... Von Mai bis heute, ein winziger Querschnitt.


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