Blütezeit

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Samstag, 7. Juli 2012

Waldsommer

Im Sommerwald
Im Sommerwald,  wo sich die Blätter drücken,
Liegt Sonnenschein in kleinen Stücken,
Drinnen die Mücken schweben und rücken.  
Ich muss mich unter die Stille bücken.
Vor den finstern Tannenlücken 
Sah ich einen Schmetterling weiß wie einen Geist aufzücken.

Der Wald riecht nach Kien und ist heiß.
Vielleicht hat hier ein Herz gebrannt,  und nur der Wald davon weiß.

Max Dauthendey







Aufnahmen aus dem Füchteler Wald, 07. Juli 2012

 

Donnerstag, 17. Mai 2012

Maifest


Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!






 












 
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

















Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne,
O Glück, o Lust,

















O Lieb', o Liebe,
So golden schön
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn,


















Du segnest herrlich
Das frische Feld -
Im Blütendampfe
Die volle Welt!


















O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb' ich dich!
Wie blinkt dein Auge,
Wie liebst du mich!

















So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,



















Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut

















 Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst.



Johann Wolfgang von Goethe

Montag, 28. November 2011

Ein Lied aus Stille

In einem Kalender, den ich von meiner Mama bekommen habe, und der mich durch die Adventszeit begleitet, war auf der heutigen Seite ein Gedicht abgedruckt, dass mich dazu inspiriert hat, das tolle Wetter zu nutzen, und in den Wald zu fahren, um Fotos zu machen :)

Und damit ihr auch was davon habt: hier das Gedicht untermalt mit einigen meiner Fotos :)

Vor einem Winter

Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.


Der See und die Libelle.
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.


Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne,
Was es auch immer sei,


Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.


Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.


Eva Strittmater

Montag, 21. November 2011

Herbstbild




Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum,

Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.




O stört sie nicht, die Feier der Natur!

Dies ist die Lese, die sie selber hält,

Denn heute löst sich von den Zweigen nur,

Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.





Friedrich Hebbel
(1852)