Blütezeit

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Freitag, 29. August 2014

Reisenotizen Lanzarote, Nord-Tour

Auch am 4. Tag auf Lanzarote sind wir schon vor 9 Uhr aus dem Hotel. Heute werden wir abgeholt von Germa, der fröhlichen Reiseleitung, die "Deutsch spricht, wie einst Rudi Carrell" (Zitat Ende), und Busfahrer José. Gemeinsam mit einer überschaubaren Reisegruppe von 27 Leuten erobern wir heute den Norden der Insel. Und wir sollten einiges zu sehen bekommen...

Zunächst geht es von Puerto del Carmen aus vorbei an der Hauptstadt Arrecife durch Tahiche, wo sich das einzige Gefängnis von Lanzarote und Fuerteventura befindet. Das Gefägnis kriegen wir allerdings nicht zu sehen. Stattdessen werfen wir schon mal einen flüchtigen Blick auf das frühere Wohnhaus des Künstlers César Manrique (+ 1992).
Germa erzählt vom umfassenden Einfluss, den dieser Zeit seines Lebens auf die Entwicklung der Insel hatte. Ihm, und der relativ späten Entstehung von Tourismus auf Lanzarote, ist es geschuldet, dass man hier vergebens nach Bettenburgen sucht. Er bewirkte mithilfe einflussreicher Freunde, dassHochhäuser und Werbetafeln verboten sind, und Neubauten der traditionellen Inselarchitektur entsprechen müssen. Wir sehen daher auf der Fahrt zu den "Jameos del Agua" nur weißgetünchte 1-2- stöckige Häuschen mit grünen, blauen oder braunen Fenstern und Türen.


Auch das erste Ziel der Tour, die "Jameos del Agua", ist ein Ergebnis der Arbeit von Manrique. "Jameos", ein altes kanarisches Wort, bedeutet so viel wie "offene Räume", und bezeichnet durch Vulkantätigkeit entstandene Höhlen, deren Decken eingestürzt sind. Manrique zauberte mit den Jameos del Agua ein wahres Paradies, halb unter der Erde, halb geöffnet und sonnendurchflutet...

Bar im vorderen Teil der Höhle

faszinierende Lagune im Innern...

...mit kristallklarem Wasser...

...und winzigen Albinokrebschen, die bislang nur hier gefunden wurden.

Ein Blick auf den traumhaften Garten der Anlage

Der Weg durch den Norden führt uns weiter entlang der von Lavagestein geprägten Ostküste. Etwa 50km² Inselfläche sind erst durch erkaltete Lava hier entstanden.


Bei einem kleinen Zwischenstopp lernen wir die erste ökologische Aloe Vera- Finca von Lanzarote kennen. Eine Mitarbeiterin erklärt, wie Aloe Vera angebaut und verarbeitet wird, und lässt uns das Gel direkt aus der Pflanze kosten...


hinten das essbare Gel, vorne die Schale des Blattes mit Gelresten, die sich direkt vom Blatt auf die Haut auftragen lassen

Weit appetitlicher der nächste Halt: Mittagessen in Haría, im "Tal der 1000 Palmen", wo übrigens Manrique sich bis zu seinem Tod niederließ, und auch begraben liegt.
In uriger Atmosphäre gibt es ein kleines Buffet, anschließend schlendern wir auf eigene Faust noch durch den kleinen Ort. In einem Straßencafé genießen wir zwischen den Einheimischen einen Cappucchino.

Terrasse des Lokals, wo wir zum Mittagessen waren



Blick auf das "Tal der 1000 Palmen"

Über enge Serpentinen mit fabelhaftem Blick auf Haría geht es weiter hoch in die Berge des Famara- Gebirgzugs.In derNähe des höchsten Gipfels von Lanzarote, dem Penas del Chache legen wir einen weiteren kleinen Stopp ein, und genießen den tollen Ausblick...



Für die Meerwasserentsalzung wird Windenergie genutzt
Voon hier aus steuert der Bus Teguise an. In der ehemaligen Inselhauptstadt ist es an Werktagen ruhig und beschaulich. Richtig voll ist es hier sonntags,  beim wöchentlichen Markt. Heute können wir in aller Ruhe durch die Gassen der schönen Altstadt bummeln.

Kirche von Teguise

Das letzte Highlight der Tour ist die "Fundación César Manrique"in Tahiche. Der Künstler, der hier knapp 20 Jahre seines Lebens verbrachte, gestaltete selbst sein Wohnhaus um, und machte ein Museum daraus. Das Besondere daran: es entstand in Lavablasen und mitten in einem erkalteten Lavastrom. Außerdem nutzte Manrique fastausschließlich Materialien und Objekte, die er auf der Insel bereits vorfand, und verarbeitete so all das, was Lanzarote seinerAnsicht nach zu bieten hat.

Windspiel am Eingang zur Stiftung

Blick aus dem "Wohnzimmer" auf den erstarrten Lavafluss



ein Teil des malerischen Gartens mitten zwischen den Lavahöhlen


Geflasht von all den Eindrücken dieses Ausflugs werden wir zurückgefahren zum Hotel. Auf dem Weg erfahren wir von Germa noch etwas über das einzige Hochhaus Lanzarotes, das "Grand Hotel" in der Hauptstadt Arrecife, dessen 17 Stockwerke seit seiner Entstehung höchst umstritten sind. Germa sagt, sie findet es gut, dass die Insel ein Beispiel hat, wie es nicht sein sollte auf Lanzarote...

Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel suche ich noch Erfrischung im Hotelpool, während die Männer mit ihren Schnorcheln noch einmal den Atlantik unsicher machen :)

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