Wir fahren auf die Berge zu, die zum Teil fast gespenstisch in Wolkeneingehüllt sind. Die Landschaft außerhalb der Ortschaften besteht überwiegend aus Geröll. Grün sieht man hier kaum, aber gelegentlich abgeteilte Anbauflächen, die mit schwarzem Vulkangestein bedeckt sind.
Unser erstes Ziel ist der Timanfaya Nationalpark. Schon einige Kilometer vor dem eigentlichen Besucherzentrum, verwandelt siech die Welt um uns in eine fast surreale Mondlandschaft. Kein Wunder, dass diese Kulisse schon mehrfach für den Dreh von Science-Fiction- Szenen verwendet wurde...
Wir sind so früh am Besucherzentrum, dass wir direkt auf den Parkplatz können, und sofort zum nächsten Bus durchgewunken werden. Der Nationalpark kann seit einiger Zeit ausschließlich unter Leitung durchquert werden. Um die wieder entstehende Vegetation nicht zu behindern, sind ungeführte Touren nicht erlaubt.
Die Bustour dauert eine knappe Dreiviertelstnde, und was wir zu sehen kriegen ist überwältigend: ein absolut faszinierende Vulkanlandschaft, schwarzes Lavagestein, Krater, Hänge, Felsformationene... Dazu interessante Infos vom Band, unter anderem der Augenzeugenbericht eines Priesters, der beschreibt, wie der Ausbruch, der die Insel von 1730 bis 1736 von Grund auf veränderte, seine verheerenden Ausmaße entwickelte. Wir fühlen uns, wie in eine Welt versetzt, alles erscheint unwirklich und auf den ersten Blick lebensfeindlich. Und doch siedeln sich laut Bandansage wieder etwa 800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten hier an, sodass sich das Bild in den nächsten Jahrhunderten wieder völlig wandeln könnte.
Nach der Rundfahrt erwarten uns im Besucherzentrum einige kleinere Vorführungen, die die Macht der (immer noch aktiven!) Vulkane verdeutlichen sollen.
| Ein Mitarbeiter des Zentrums gießt Wasser durch ein Rohr in das Innere des Vulkans... |
| ...und zwei Sekunden später schießt ein "Geysir" aus dem Rohr in die Höhe |
| Ein weiterer Ranger stopft etwas trockenes Gestrüpp in eine Felsöffnung, das nach weniger als einer Minute lodernd verbrennt |
| Über einem Schacht werden mithilfe reiner Vulkanhitze Hähnchenschenkel gegart, die im Besucherzentrum bestellt und verzehrt werden können |
Wir steuern die Südküste an, und legen auf der Küstenstraße ein paar Zwischenstopps ein.
Ein spektakuläres Etappenziel ist ein Lavastrand bei El Golfo. Erst für kleines Geld ein kleines Mittagessen, und dann zu Fuß in die grandioe Kulisse: ein halb weggebrochener Vulkan mit einer algengrünen Lagune, schwarzer Strand aus Lavakieseln und kristallklares Wasser. Wirklich sehenswert!!
In dieser traumhaften Kulisse gönnen wir uns einen etwas längeren Aufenthalt. Das Wasser ist eine willkommene Abkühlung für die Füße, und beimWühlen im schwarzen Lavakies kommen tolle Fundstücke zutage:
| schwarzbraunes Lavagestein mit grünlichen Olivineinschlüssen, und kleine reine Olivinsteinchen |
| da hat jemand sein Werkzeug verloren... |
| auch ein Fundstück vom El Golfo- Strand |
Wir fahren entlang der felsigen Westküste bis Playa Blanca.Nach etwas Suchen erreichen wir das Naturreservat Los Arajes, und über eine wahre Schlaglochpiste kriechen wir zu Lanzarotes schönsten Stränden, den "Playas de Papagayo".
Uns erwartet traumhaft türkisblaues Wasser mit leuchtend weißem Sandstrand in einer leider gnadenlos überlaufenen Bucht... Trotzdem nutzen wir die Gelegenheit zum Abkühlen und Schnorcheln, ehe wir den Aufstieg aus der Bucht wieder in Angriff nehmen, und den beschwerlichen Rückweg durch Lanzarotes tiefste Schlaglöcher... Mit unserem Clio kriechen wir dann im ersten Gang die Berge von Femés hoch, und steuern Puerto del Carmen an.
Wieder im Hotel herrscht bis zum Essen kurzzeitige Geschlechtertrennung: die Herren stürzen sich noch einmal in die atlantischen Fluten, während ich mich im Appartment einem etwas ausgedehnteren Beauty- Programm widme, inklusive Pediküre - soweit noch möglich :) Sehr entspannend auf jeden Fall nach dem aktiven Tag.
Mein Highlight des Tages: mit dem Blick aufs Meer den Hintern in feinen Lavakies drücken, und nach Olivin und Muscheln wühlen - Entspannung total!

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